Geistliches Leben

KreuzHeilige Messe

Zum Mittelpunkt des geistlichen Lebens gehört die  Mitfeier der Eucharistie. Um einen immer tieferen Zugang dazu zu finden, sieht der liturgische Wochenplan für jeden Tag eine Hl. Messe in unserer Seminarkapelle vor. Diese meist gemeinsam gefeierte Hl. Messe ist Zeichen und Ausdruck der Bereitschaft, mit denen Gottesdienst zu feiern, mit denen man zusammen lebt und auf dem Weg zum Priesterberuf ist. An einigen Mittwochen im Semester feiern wir die Hl. Messe zusammen mit der Fachschaft aller Theologiestudenten in einer der Erfurter Stadtkirchen.




Puncta Spiritualis / Schriftbetrachtung

Das Lesen und Vertrautwerden mit der Heiligen Schrift ist unverzichtbarer Bestandteil des priesterlichen Lebens. Aus diesem Grund sollte sich jeder Seminarist bereits in seiner Ausbildungszeit für die Schriftbetrachtung wenigstens 30 Minuten täglich freihalten, um ungestört über das Wort Gottes zu meditieren und so ins Gebet zu kommen. Sinnvollerweise empfiehlt es sich, Texte zu betrachten, die auch die Leseordnung vorsieht. Als Hilfestellung, insbesondere für die Studenten im ersten Semester, gibt der Spiritual am Freitagmorgen einige Betrachtungspuncta.

MariaStundengebet

Erst mit der Weihe zum Diakon verspricht man seinem Bischof regelmäßig das Stundengebet zu beten. Während der Zeit im Priesterseminar soll schrittweise eine Hinführung dahin stattfinden, so dass wir gemeinsam dienstags und sonntags die Laudes in der Seminarkappelle beten. Die erste Sonntagsvesper gestalten wir in besonderer Weise im Erfurter Dom: Unsere Seminarschola singt die Psalmen abwechselnd mit der Gemeinde, darüberhinaus liest der Zeremoniar die Homilie. Neben diesen gemeinsamen Feiern der Stundenliturgie finden sich auch spontan Gruppen zu Laudes, Vesper oder Komplet, wobei auch das private Stundengebet empfohlen wird.



Schriftkreise

Einmal wöchentlich am Dienstagabend treffen wir uns in den Schriftkreisen zum Bibelteilen. Die Schriftkreise der Seminaristen sind ein Herzstück der Auseinandersetzung und Vertiefung der Alumnen mit der Heiligen Schrift und wegen ihrer Bedeutung auch für das geistliche Leben der anderen Theologiestudenten offen für andere Mitstudenten. Der Schriftkreis schließt mit der gemeinsam gebeteten Komplet.



Regenspuncta

An einigen Samstagen im Semester entfaltet der Regens das geistliche Semesterthema. Daran schließt sich eine gemeinsame Anbetungszeit vor dem Allerheiligsten an, die mit dem Segen um 21:00 Uhr beendet wird. Zugleich soll dies eine Einstimmung auf den Sonntag sein.



 Bibel                                                               Recollectio / Besinnungswochenende

An drei Wochenenden im Semester halten wir während eines Besinnungswochenendes einmal inne. Für zwei dieser Wochenenden lädt die Hausleitung Referenten ein, die dann - beginnend mit dem ersten Impuls am Samstag um 15:00 Uhr - insgesamt drei Impulse gestalten. Nach dem Samstagabendimpuls um 20:00 Uhr findet eine eucharistische Anbetung bis zur gemeinsamen Komplet um 21:45 Uhr statt, die dann mit dem eucharistischen Segen schließt. Bis zum festlichen Mittagessen am Sonntag verbringen wir die Zeit im Haus schweigend. Das dritte Wochenende verbringen wir zusammen als sogenannten "Wüstentag" in einem anderen Haus.



Geistlicher Abend

Jeden Montagabend ab 20:30 Uhr wird es ruhig und besinnlich in unserem Haus: der geistliche Abend beginnt. Dazu hält entweder der Spiritual oder ein von ihm eingeladener Gast zunächst einen Impuls in der Kapelle. Anschließend können wir betend in der Kapelle bleiben oder dazu in den Meditationsraum gehen. Es ist auch möglich, in seinem Zimmer eine geistliche Lektüre zu lesen, allerdings: Der Laptop oder das Radio sollten ausgeschaltet bleiben, der Fernsehraum oder die Lounge unbesucht. Um 21:45 Uhr beten wir gemeinsam die Komplet.



JesusGeistliche Begleitung

Viele Fragen, Probleme aber auch Freuden auf dem Weg zum Priesterberuf kann und sollte man nicht nur mit sich allein ausmachen. Aus diesem Grund hat jeder Seminarist einen geistlichen Begleiter, den er regelmäßig aufsucht. Mit ihm sollte der Seminarist über alles reden können, was ihn beschäftigt; der geistliche Begleiter wird ihm auf dem Weg zum Priestertum stets vertrauensvoll zur Seite stehen. Darüberhinaus ist es möglich, bei seinem geistlichen Begleiter das Sakrament der Versöhnung zu empfangen.



Text in Anlehnung an die Geistliche Lebensordnung des Priesterseminars Erfurt: Marco Hubrig

Fotos: Marco Hubrig



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